Soll ich, oder soll ich nicht?

Offenbar traut man uns inzwischen eine Menge Sachverstand im digitalen Arbeiten zu, denn immer häufiger werden wir danach gefragt, wie wir zur Corona-Warn-App stehen und ob wir empfehlen würden, sie herunterzuladen und zu nutzen.

Für alle, die keine Lust haben, lange zu lesen, hier schon mal die Kurz-Antwort:

JA. Bitte ladet sie runter und nutzt sie.

 

Aber wie ist das denn mit dem Datenschutz?

Das wollten wir auch wissen. Schließlich hatten wir verschiedene Vorgängerapps von anderen Herstellern getestet und konnten uns nicht so recht damit anfreunden, aber hier bei der Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts ist der Datenschutz aus unserer Sicht wirklich toll gelöst und zwar auf mehrfache Weise:

  1. Die Daten werden anonym gespeichert. Logisch. So weit so gut.
  2. Die Daten werden NICHT ZENTRAL gepeichert, sondern dezentral auf den einzelnen teilnehmenden Geräten. Die Vorstellung einer zentralen staatlichen Überwachung sind also Quatsch.
  3. Die App ist "Open Source" programmiert, das heißt, wir brauchen uns nicht darauf verlassen, was Leute sagen, was die App macht, wir können selbst reingucken und es sehen. Und das haben Tausende von Informatikern gemacht und sind zu der Meinung gekommen, die wir hier wiedergeben.

 

 

In einfachen Worten, wie funktioniert die Corona Warn App?

Wenn es zu einem Kontakt zwischen zwei Menschen gekommen ist, weiß Euer Handy, z.B. dass Handy ID-45711 2 Minuten lang im potenziellen Ansteckungsbereich von ID-48596 gestanden hat und speichert das 14 Tage lang auf Deinem Handy. Du weißt nicht, wer ID-48596 ist, und der Inhaber von ID-48596 weiß auch nicht, wer ID-45711 ist,  aber falls ID-48596 corona-positiv getestet wird, wird das anonymisiert in Form einer Risikoermittlung auf Deinem Handy angezeigt. Du kannst Dich dann ganz früh testen lassen und sicherstellen, dass Du den Virus nicht weiter verbreitest. Dein positives oder negatives Testergebnis kannst Du dann (völlig freiwillig) deinerseits wieder einlesen und bestimmst damit die Risikobewertung der anderen Kontakte, die Du gehabt hast.

 

Was sagt der Chaos Computer Club dazu?

Wir wollten mal die Stimme einer normalerweise sehr staats-kritischen Organisation dazu hören und haben geguckt, was der Chaos-Computer-Club dazu sagt:

Nicht mal der sonst so kritische Chaos Computer Club (CCC) hatte etwas zu meckern. Die App ist Open-Source, der CCC kann also (wie jeder andere auch, der was davon versteht) sich den Code herunterladen und gucken, was dort tatsächlich gemacht wird. Und der CCC war zufrieden. Das gab es bisher noch nicht oft, zeigt aber, das Datenschutz möglich ist, wenn mann nur bereit dazu ist.

Hier geht es zum Interview mit dem Chaos Computer Club zum Thema Corona Warn App.

Aber die alten Leute haben doch oft gar kein Smartphone?

Macht nichts. Denn man schützt ja nicht sich selbst, sondern andere. Das heißt ganz besonders auch Menschen der älteren Risikogruppe, die vielleicht kein Smartphone haben. Natürlich ist es auch selbst angenehm, wenn man weiß dass, man keine Risikokontakte hatte oder wenn man welche hatte, sich testen lassen kann, bevor man Symptome entwickelt, aber es geht hier um die Eindämmung einer Ausbreitung des Virus, die App ist kein Schutzschirm gegen Ansteckung.

ABER: Wenn wir uns auf diese Weise alle gegenseitig schützen, dann kann die Corona-Warn-App uns auch schützen.

Fazit

Nicht mehr überlegen und JETZT die App hier herunterladen.